Sonntag, 1. Dezember 2013

6 Minuten und 40 Sekunden - BP Modul KW 46

Eine Pecha Kucha Präsentation besteht aus 20 Folien, wobei pro Folie genau 20 Sekunden vorgesehen sind. Ihren Ursprung hat diese Technik in einem Architektenforum in Tokio. Durch die Rahmenbedingungen gezwungen, sollte auf diese Weise durch die deutliche Verkürzung der Präsentationszeit möglichst vielen Personen ermöglicht werden, ihre Projekte anderen vorzustellen.
Unser Auftrag in diesem Zusammenhang ist es, eine solche Präsentation im Pecha Kucha Stil durchzuführen. Das Thema soll sein einen Kleinbetrieb mit Lehrlingen aufzusuchen und über diesen dann auf diese Weise zu berichten. In meinen Augen ein spannendes Thema und auch eine sinnvolle Idee in 6 Minuten und 40 Sekunden ein Thema überzeugend an den Mann zu bringen. Hier ist der Vortragende gezwungen, sich genau an den Zeitrahmen zu halten, es werden nicht Unmengen an (leider allzu oft belanglosen) Folien hergestellt und unterhaltend ist diese Methode ebenfalls.
Mit dieser Aufgabe konfrontiert, habe ich mich etwas im Internet umgeschaut und bin dann auf die Seite avoision.com von Felix Jung gestossen, der hier wertvolle Tipps zur Erstellung von Pecha Kuchas gibt. Am meisten haben mich seine Ausführungen zum Einüben des Vortrages angesprochen, und daher möchte ich diese hier zusammengefasst wiedergeben:
Pecha Kucha hat wenig mit irgendwelchen regulären Reden oder Lesungen gemein, es ist eher eine Art Aufführung oder Vorstellung. Vom Blatt ablesen erscheint natürlich weniger energiegeladen, als ein Redner, der seinem Publikum direkt in die Augen blickt. Daher wäre das Ziel den Vortrag auswendig halten zu können Folien. Pecha Kucha sollte der Ort sein an dem der Vortragende seine Begeisterung mitteilen kann und das Publikum inspiriert wird. Aber das grosse unausgesprochene Ziel der Pecha Kucha ist der Aspekt der Unterhaltung.
Übung und Verbesserung beim Vortrag – Darbietung, Geschwindigkeit, Timing: Allgemein hört man immer den wichtigsten Ratschlag in Bezug auf Vorträge und Reden: solange du dich mit den Inhalten deines Vortrages, sicher fühlst wirst du auch nicht nervös werden. Am besten wäre es bereits eine Woche vor dem Ereignis mit dem Üben zu beginnen. Idealerweise übt man mit einer festen Timereinstellung bei den Folienübergängen. Egal mit welchem Programm schlussendlich die Folien gezeigt werden, ist es kein Problem den Folienwechsel auf 20 Sekunden einzustellen. Auf jeden Fall ist es ratsam den Vortrag mit den tatsächlichen Folien zu üben. Auch wenn man am Anfang noch vor dem PC sitzend üben kann, ist es jedoch ratsam auch aufzustehen und stehend die Vorstellung einzuüben. Besonders dann, wenn der Termin näher rückt. Man stellt sich dann genauso neben den PC, wie man auch präsentieren würde, also entweder rechts oder links vom Monitor. Je näher die Präsentationsübungen den tatsächlichen räumlichen Gegebenheiten kommen, desto sicherer fühlt man sich anschliessend auf der Bühne. Um der Atmosphäre etwas näher zu kommen, kann man auch wenn möglich den PC mit einem Fernseher oder ähnlichem, Hauptsache grösseren Bildschirm verknüpfen. Beim Sprechen immer verschiedene Punkte im Raum anblicken. Ein guter Redner gibt seinen Zuhörern das Gefühl eingebunden zu sein, wenn er mit ihnen den Augenkontakt sucht. Ist dies nicht möglich, sollte man wenigstens den Blick über den Raum schweifen lassen. Füllworte wie z.B. „ähh“ sind auf jeden Fall zu vermeiden. So ein Füllwort zeigt dem Publikum genau, dass man am Denken, also nicht ganz bei der Sache ist. Daher beim Üben genau darauf achten und statt dieser Ausdrücke lieber mal eine kurze Pause einfliessen lassen - so klingen Übergänge viel klarer und professioneller. Eines der wichtigsten Dinge ist, dass man nicht immer die gesamte Geschichte erzählen muss, lass die Folien für dich sprechen. Hier folgt ein schönes Beispiel: angenommen, man möchte über sein jüngeres Selbst sprechen und auf der Folie ist ein Jugendfoto von einem selbst zu sehen. Anstatt zu sagen, „hier ist ein Jugendfoto von mir“, kann man direkt zum Punkt kommen. Das Publikum wird sicher schon gut genug erkennen, was das Bild aussagt. Daher ist es sicherlich eindrucksvoller gleich einzusteigen mit Sätzen wie z.B.: „Die dritte Klasse war das schlimmste Jahr in meinem Leben. Ich verliebte mich das erste Mal, als ich 8 war...“ In dem die Folie also einen Teil der Erzählung übernimmt, lässt sich etwas Zeit sparen und man kommt schneller zum Kern. Man sollte nicht zu viel Zeit vergeuden um zu erklären, wie sich eine Folie auf die andere bezieht, ein eher hinderliches Unterfangen, wenn man sowieso nur 20 Sekunden Zeit hat. Eigentlich lassen sich grosse Sprünge zwischen einzelnen Folien machen, ohne das man diese erklären muss. Wenn man zwei Bilder aneinanderreiht, stellen die Zuhörer automatisch den Bezug zwischen den Folien her. Diese Verbindung ergibt sich genau dann, wenn die beiden Bilder miteinander in Verbindung stehen. Ist es anfangs nicht möglich, die gesamte Präsentation am Stück einzustudieren, kann man sie getrost auch aufteilen und diese Teilstücke zunächst einzeln einstudieren. Ein besonders guter Test ist es gleich nach dem Aufwachen den PC zu starten und die Präsentation vorzutragen. Läuft dies reibungslos, ist man definitiv bereit für die Vorstellung

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