Ich habe einen Kurs
im Schnelllesen mitgemacht und bin nun in der Lage, "Krieg und
Frieden" in zwanzig Minuten durchzulesen. Es handelt von Russland.
Woody Allen (*1935)
Es ist schon sehr interessant zu sehen, wie viele
angehende Lehrer oder auch die, welche bereits mitten im Berufsleben stehen,
doch immer wieder Probleme damit haben, das vorzuleben, was sie eigentlich von
ihren Schülern einfordern. Ich möchte mich gar nicht über die gesamte
Bandbreite auslassen, sondern lediglich auf das Thema Zeit oder treffender, das
Zeitmanagement, beschränken. Startet man zu diesem Begriff eine Internetsuche
findet sich z.B. auf www.wissen.de
folgender Satz: "Die richtige Zeiteinteilung ist eine wesentliche Voraussetzung
für optimales Lernen. Deshalb zählt das Zeitmanagement auch zu den zentralen
Arbeits- und Lerntechniken." Wenn ich mir diese Aussage vor Augen halte, komme
ich rückblickend auf die letzte BP-Veranstaltung doch etwas ins Grübeln.
Wie alles begann… der Aufhänger der Veranstaltung war
die Aufgabe, dass jeder einen Lernauftrag oder LernJob erstellen sollte. In
diesem Zusammenhang sollte ein zu dem LernJob passendes Poster, mit den zuvor
eingeübten Techniken des Visual Facilitating, gestaltet werden. Die Präsentation
der LernJobs vor den Postern war dann das Thema der Sitzung. Schnell war der
Bärensaal in einen bunten Marktplatz verwandelt, kaum ein Flecken Wand mehr
frei und alle Stellwände voller Poster. Aufgrund der Menge der wirklich sehr guten LernJobs und Poster war es absehbar,
dass es nicht möglich sein wird, jeden einzelnen Marktstand ausführlich
vorzustellen. Daher hiess die Vorgabe: "stelle dein Projekt in 1,5 Minuten vor,
was ist aus didaktischer Sicht besonders an deinem LernJob?" Leider hatten wir
doch fast alle unsere Probleme in dieser kurzen Zeit auf den Punkt zu kommen,
was dazu führte, dass einige Vorstellungen leider etwas abrupt unterbrochen
werden mussten oder einfach zu lang waren. Nachdem die ersten Vortragenden schwer zu bremsen waren, musste ein Zeitnehmer benannt werden, um die 90 Sekunden einzuhalten - dennoch war manch Redefluss kaum zu bändigen. Rückblickend möchte ich sagen, dass es eine schöne Übung war, zu
sehen, dass es gar nicht so einfach ist, bestimmte Vorgaben einzuhalten.
Natürlich ist kein Lehrer ein Herr oder Frau Perfect,
aber ich finde es absolut sinnvoll, wenn wir auch kurz mal innehalten, uns unser
eigenes Verhalten vor Augen führen und mit dem vergleichen, was wir von anderen
verlangen. Auch wenn ich zu diesem besonderen Fall des missratenen
Zeitmanagements keine Patentrezepte präsentiere, finde ich es schon absolut
hilfreich, sich dessen bewusst zu sein und dann beim nächsten Mal versuchen, die
Zeit ein wenig besser einzuteilen.




